Bernina 560 – Teil 2.1

Nachdem ich Teil 2 veröffentlicht habe, hatte ich das Gefühl, so wie ich es geschrieben habe, wirkte es zu unübersichtlich und durcheinander.
Deshalb hier Teil 2.1.
Der Teil dreht sich auch nur um die Nähmaschine und nicht um die zusätzliche Stickfunktion. (die kommt später separat)
Auspacken und Einrichten
Als die Pakete ankamen, habe ich schon nicht schlecht geschaut.
2 Große Kartons – einer für die Maschine und einer für das Stickmodul.
Das Modul habe ich von der Größe offensichtlich unterschätzt.
Nachdem ich alles ausgepackt und geordnet hatte, wollte ich die Nähmaschine anschließen. Das hat dann etwas gedauert, weil das Kabel vom Fußanlasser gefühlt 10cm zu kurz ist. Ursprünglich sollte das Kabel durch die Kabelschächte, nun habe ich es hinter den Schreibtish langgeführt. Ähnliche „Probleme“ gabs allerdings schon mit der Brother innovis 10, da hat es auch nur ganz knapp gepasst.
Zubehör
Die Transporttasche macht einen sehr guten Eindruck und sieht ordentlich gepolstert aus. In der Tasche für die B560 habe ich gerade meine alte Maschine gelagert und unter dem Tisch geparkt. Die bleibt mir nämlich erhalten, wenn ich unbedingt, nähen möchte,
wenn die Bernina fleißig stickt. Die Tasche hat neben dem Hauptfach ein zweites für Kabel und Fußanlasser. Eine dritte Innentasche dient für die Bedienungsanleitung.
Interessant ist, das man die Maschine bequem rein stellt und die eine Taschenseite hochklappt und dann mit Reißverschluss verschließt.
Ein weiteres Zubehör ist eine Box, in der die Füße, Spulen und anderer Kleinkram aufbewahrt wird. Sehr schick und auch stabil durch ausklappbare Füße. Die Box kann man nach belieben aufrüsten. Denn es gibt nur 5 Spulenhalter, und das ist gerade in Verbindung mit dem Stickmodul, eindeutig zu wenig.
Wie die Füße eingehangen werden, ist auch für einen kurzen Moment etwas gewöhnungsbedürftig. Aber bei der späteren Nutzung sehr praktisch, weil sie nicht runterfallen, sondern ordentlich eingehakt sind.
Im unteren Bild ist das Zubehör nochmal auf einen Blick zu sehen. Bis auf eine fehlende Staubhülle, finde ich das Zubehör durchaus ausreichend. Nach knapp 2 Wochen Nutzung,fällt mir noch kein Mangel diesbezüglich auf.
Der Anschiebetisch ist schnell montiert und einsatzbereit. Allergings nutzt mir persönlich das Fenster vorne nix, wenn ich die Unterspule tauschen möchte. Man kommt schlecht dran und sieht noch weniger. Aber mit Übung geht das hoffentlich irgendwann blind von der Hand.
Der Kniehebel und auch am Fußanlasser die Nadelsenkposition sind ein nettes Spielzeug um schneller zu arbeiten. Aber jetzt vergesse ich diese Dinge immer wieder und den Hebel habe ich garnicht montiert. Zum einen gehen meine Kinder dran und zum anderen bekomme ich meine Schublade vom Schreibtisch nicht mehr auf. Wenn ich die Maschine länger habe, hoffe ich, das ich mehr an diese 2 Dinge denke, denn bei der Probe, fand ich es echt klasse. Gerade, wenn ich um die Kurve nähen wollte, habe ich leicht gegen den Kniehebel gedrückt und gleichzeitig den Stoff gedreht, ohne ihn los zu lassen.
Bedienungsanleitung und CD
Das Hauptbuch ist dick und hochwertig, übersichtlich und eine gute Starthilfe. Allerdings hätte ich mir zu ein paar Themen mehr Informationen gewünscht. Gerade was den Füßendruck und Fadenspannung betrifft. Das darin keine exakten Werte zu finden sind, ist ja kein Problem, aber ein kleiner Richtwert hätten mir gleich etwas geholfen und Zeit gespart. Die CD bietet nur neue Erkenntnisse, wenn man noch nicht bei Bernina auf der Seite alle Videos angeschaut hat. Das hatte ich aber vor den Kauf getan und empfand,
 das es mehr Präsentation als Information ist. Das Heft mit Zubehör ist auch nett, gerade weil neben Artikelbeschreibung und Bezeichnung, auch die Artikelnummer zu finden ist. Macht den Nachkauf wesentlich leichter. (leider stand da kein Zubehör für die Box)
 Stiche und erste Erfahrung
Nachdem ich die Beschreibung durchgelesen habe, musste ich zuerst den Nähmaschinenfuß wechseln. Das ging einfach und macht einen guten Eindruck. Man steckt die Füße auf einen Dorn und verriegelt diesen dann. Nachdem ich die Garne gewechselt habe (Uhrzeigersinn ect.) habe ich mir paar Reste geschnappt und drauf los genäht.
Ein feiner Baumwollstoff durfte zuerst dran. Und dann auch gleich ganz gesittet mit einfachen Geradestich. Ich wollte einfach schauen, ob ordentlich transportiert wird und wie die Maschine summt. Wenn sich die Maschine zu Beginn einstellt und die Nadel in Position bringt, gibt das erstmal ein gewöhnungsbedürftiges Geräusch ab. *grrrr* Da denkt man sofort an Reperatur.  Hier das – zufriedene – Ergebnis.
Meiner nächster Versuch sollte das Schreiben von Buchstaben werden.
Auf dem nächsten Bild seht ihr 2 Varianten, einmal der dünne Baumwollstoff und einmal robuster von Ikea, beides aber mit gleicher Einstellung:
Im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer, aber die ersten Tage war ich zeitweise etwas enttäuscht  und gleichzeitig auch verwundert. Denn warum funktionierten ein paar Stiche super und andere überhaupt nicht.
Was muss ich verändern um ein sauberes Stichbild hin zubekommen?!
Zum einen ist es klar die Verstellung des Füßchendrucks und zum anderen die Benutzung von Vlies. Zierstiche und Buchstaben brauchen einfach etwas Verstärkung unter sich.
Bis ich das kapiert habe, sind einige Flüche durch den Raum gehallt.
Deshalb ein Fotobeispiel, wie ein und der selbe Stich
mit und ohne Vlies aussehen kann:
(leider etwas dunkel und unscharf)
Auf dem Display sieht man gut meine Einstellungen.
Das verwendete Material ist Baumwolljersey mit leichten Elesthan-Anteil.
Hier habe ich ein Küchenpapier verwendet, allergings nur,
weil mir noch das richtige Vlies fehlt.
Aber da es da auch rießige Unterschiede gibt, bin ich noch am belesen.
Küchenpapier wird nicht empfohlen, weil es wohl fussliger ist
und die Maschine schneller verdreckt.
Ein paar Stiche gehen allerdings auch ohne Vlies.
Hauptsächlich die, ohne dreifach Stich oder starken Verästlungen.
Links die zarte Baumwolle, rechts Baumwolljersey.
Diesen Zierstich mag ich mittlerweile sehr und
habe ihn bei einem Saumabschluss bereits verwendet.
Bei dem Stich habe ich nur den Füßchendruck angepasst
auf das jeweilige Material.
Als ich diese Hose mit Zierstich genäht habe, dachte ich noch gar nicht an irgendwelche Vliese. Da es sich auch hier um einen einfachen Stich handelt, wäre Vlies auch nicht unbedingt erforderlich. Den Füßchendruck hatte ich bei dem unten gezeigten Muster bei 35. Da es immer noch leichte Wellen gab, muss da wohl noch etwas lockerer gelassen werden. Das kann man an einen Probestück vorher ja testen und ist eigentlich auch ratsam, weil jedes Material sich anders transportiert.
FAZIT:.
Eine Anfängermaschine ist das (für mich) gewiss nicht,
weil sie einfach viel Einarbeitungszeit braucht und zu viele Verstellmöglichkeiten bietet.
Bis jetzt liegt auch noch das Stickmodul in seiner Tasche – unberührt.
Das liegt einfach daran, das es schon etwas Zeit benötigt,
um Grundkenntnisse an der reinen Nähmaschine kennen zu lernen.
Da kann ich allerdings nur von mir sprechen.
  Ich jedenfalls wollte mir erst mal Zeit lassen die Gute an sich zu testen
und kennen zu lernen.
Normale Arbeiten erledigt sie prima, frisst keine Stoffe,
auch wenn ich näher am Rand arbeite, geht über dicke Stellen ohne zu meckern.
Und diese ECO-Funktion ist echt ein Traum!
ECO was?
Ruhemodus! Wenn ich paar Minuten weg von der Maschine muss,
kann ich einfach einen Knopf drücken und sie geht in den Standby
und wartet im Dunklen auf die weiterarbeit – in genau den Einstellungen, wie zuvor!
Der Fadenabschneider ist auch sehr verlässlich und
hat in der gesamten Zeit nur einmal versagt.
Bei Garn ist die Bernina bisher auch sehr gnädig zu mir und nimmt

alle Qualitäten in Kauf – sogar die vom Discounter.

Es gibt sicher noch mehr zu entdecken und vielleicht noch ein

paar mehr Erkenntnisse, wenn ich die Maschine länger in Benutzung habe.
Von daher denke ich, kommt noch mindestens ein Teil raus und wenn es dann nur um das Stickmodul geht.
(und die passenden Vliese?!)
herzliche Grüße
Janin
Verlinkt bei Katharinas Linkparty zum Thema Nähmaschinen!
Da findet ihr weitere hilfreiche Meinungen
zu den unterschiedlichsten Modellen und Firmen!

 

4 Kommentare

  1. Liebe Janin,
    du hast einen tollen Bericht zusammen gestellt, da hast du dir wirklich viel Mühe gemacht und zusammen mit Katharinas Linkparty ist das gaaaanz sicher eine tolle Hilfe für Nähmaschinensuchende. Super gemacht, ich freue mich sehr und hätte mich letztes Jahr auch leichter getan, wenn ich irgendwo von "unsereinem" beraten worden wäre.
    Ein schönes Wochenende
    wünscht euch Ines

  2. Woooow!
    Liebe Janin,
    zurück aus dem (leider sehr internetlahmen) Schweden drehe ich meine Blogrunde…. was du da berichtest, macht mir einerseits Angst und andererseits weckt es mein Interesse an Neuem. Vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ich bin gespannt, was du weiter über dein neues Maschinchen berichtest!
    Liebe Grüße
    Jana

  3. Liebe Jana,

    Oh weh, Angst sollte der Bericht eigentlich nicht machen, vielleicht überarbeite ich den noch mal.
    Respekt hatte ich schon, und hätte ich gleich Vlies benutzt, wäre ich schneller mit der Bernina ausgekommen.
    Ich dachte dummerweise, ich kann alle Stiche für alle Materialien einsetzen 😉
    Kaufen würde ich die jederzeit wieder, die näht so gelassen und genau, das ist traumhaft.
    Jetzt bin ich auch vom probieren, in den normalen Betrieb gewechselt und hab gar keine Sorgen mehr. 😉

    Herzliche Grüße
    Janin

  4. Liebe Janin,

    was für ein toller, ausführlicher Bericht! Ich finde das ja so spannend. Bin ja auch gerade dabei, mich an meine Zweitmaschine zu gewöhnen und weiß, das ist echt erst mal 'ne Umstellung. Ich finde es schade, dass man (und dazu zähle ich mich auch) oft gar nicht die Zeit investiert, ALLE Funktionen einer Maschine auszuprobieren und zu entdecken. Man will schnell loslegen, sein Nähprojekt umsetzen und müsste sich eigentlich ein paar Stunden Zeit nehmen, alles ganz genau zu testen und herauszufinden. Noch mehr geht es mir so bei der Ovi. Hach, aber dein Bericht motiviert mich, auch meine Maschinen noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, was sie so alles können.

    Danke für den schönen Bericht, liebe Janin! Ich wünsche dir noch ganz lange ganz viel Freude mit deiner Traum-Bernina. Es wird bestimmt nicht lange dauern und ihr werdet ein eingespieltes Team sein. ♥

    Ganz liebe Grüße
    Katharina

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